Professionalisierungskulturen und das Lösen fachlicher Entwicklungsaufgaben – neuer Buchbeitrag

Kann man schon beim Verlag angucken: Den neuen Sammelband

Bald erscheint der neue Sammelband von Petra Bauer und mir zum Thema Systemische Kompetenzen entwickeln –  Grundlagen, Lernprozesse und Didaktik bei Vandenhoek & Ruprecht. Er bündelt die Beiträge der vergangenen Internationalen Research Konferenz, die sich mit Fachkraftprofessionalisierung hinsichtlich systemischen Denkens befassen. Zusätzlich zu den Panelbeiträgen des Kongresses konnten wir auch noch weitere Kolleg*innen gewinnen, die sich intensiv mit diesem Thema befassen. Das hat das Buch etwas verzögert, war aber sicherlich die richtige Entscheidung hinsichtlich der Beitragsbreite.

In meinem Buchkapitel bündle ich zum einen die theoretischen und empirischen Desiderate der letzten Jahre und versuche eine konsistente  Weiterentwicklung, die noch mehr als bisher Aspekte von organisationskultureller Verortung von Lernen und Bildung thematisiert.

Das Konzept, die Professionalisierung von psychosozialen Fachkräften als komplexen Lern- und Bildungsprozess aufzufassen, der an verschiedenen Lernorten stattfindet, dabei weit über die Phase des Studiums und der Berufsausbildung hinausgeht und formale, non-formale und informelle Bildungsprozesse umfasst, hat sich bisher in der Sozialpädagog*innen- und der Lehrer*innenbildung als fruchtbar erwiesen. Es stellt auch bei den weiterführenden Überlegungen den Ausgangspunkt dar.

Spannend wird es in Zukunft sein, vermehrt darauf zu schauen, wie diese Lern- und Bildungsprozesse in den  zugehörigen Professionalisierungskulturen, die an verschiedenen Lernorten- und situationen als Antworten auf kontingente (Aus)bildungsoptionen gelesen werden können, gestaltet sind. Eine aus der Praxistheorie der Wissensgenese informierte Perspektive macht dabei deutlich, dass die Bearbeitung von individuellen Entwicklungsaufgaben im Kontext der sie strukturierenden Strukturen ganz unterschiedlich professionalisierungskulturell gerahmt werden können. „Doing professionalization“ kann in dieser Betrachtung in verschiedenen (Bildungs)0rganisationen sehr unterschiedlich aussehen, auch wenn die didaktischen Konzepte und zu lernenden Inhalte vermeintlich sehr ähnlich sind.

Dem bisherigen Modell kommt damit eine zweite Ebene zu, die die individuellen Vermittlungs- und Aneignungsprozesse kulturell rahmt. Zentrale Variablen für eine so zu fassende Professionalisierungskultur sind hierbei z.B. Konzeptualisierung und Umgang mit Nichtwissen und Fehlern, die sich entlang neuer Forschungen als immer bedeutsamer im Verständnis der Leistungsfähigkeit und Grenzen von Professionalisierungsbemühungen herausstellen.

Jenseits dieser Gedanken zu meinem eigenen Beitrag hoffen Petra Bauer und ich, dass der Band die bisher wenig systematisch bearbeiteten Fragen der Vermittlung systemischer Kompetenzen bereichern kann. Er ist deshalb nicht ohne Grund stark  erziehungswissenschaftlich und auf Lern- und Bildungsprozesse hin geprägt. Mitgeschrieben haben Petra Bauer, Michael B. Buchholz, Reinert Hanswille, Marlene Henrich, Rebecca Hilzinger, Cornelia Maier-Gutheil, Haja Molter, Matthias Ochs, Günter Schiepek, Christiane Schiersmann, Bruce E. Wampold, Marc Weinhardt und Anke Zürcher.

Nachlese: ASD-Bundeskongress 2019

Der ASD-Bundeskongress ist um und stand dieses Jahr unter der Frage „Update oder Setup? ASD in gesellschaftlichen Umbrüchen“. In vier Themenforen wurden Umbrüche fokussiert: Digitalisierung, Personal, Kooperation/Vernetzung/Zusammenarbeit sowie Strukturentwicklung. Mit Markus Emanuel habe ich einen Workshop zu Professionalisierung von Fachkräften im Kontext von Digitalisierung angeboten, so dass auch diese Nachlese zwangsläufige Lücken hat, nämlich das Fehlen von Eindrücken aus den spannenden Workshops, die ich nicht besuchen konnte.

Digitalisierungs-Stammtisch: Udo Seelmeyer, Thomas Ley, Markus Emanuel

Genauso wichtig wie das offizielle Programm war der Austausch mit Kolleg*innen, der dann natürlich auch die Aufmerksamkeit auf eigene Schwerpunktthemen lenkt. Eindrücklich waren für mich dabei zum einen Fragen zur Digitalisierung, die ich mittlerweile bezogen auf Theorie und Praxis Sozialer Arbeit für drängend unbearbeitet halte und die auch ganz unmittelbar damit zusammen hängen, wie der Allgemeine Soziale Dienst – umgangssprachlich „das Jugendamt“ – sich zu Digitalisierungsphänomenen verhält. Fragen der Digitalisierung sind hier deshalb besonders wichtig, weil das Jugendamt in der Sozialen Arbeit die zentrale Institution ist, über die sie einen Großteil ihrer Hilfen strukturiert.

Jeder ASD ist anders – und muss doch „das Amt“ repräsentieren, das vermeintlich jede*r kennt: Joachim Merchel

Joachim Merchel hat in seinem Vortrag zu dieser Strukturierung deutlich gemacht, dass ein zentrales Dilemma des ASD ist, dass er sowohl eine relativ stark durch den Gesetzgeber normierte Institution ist, andererseits aber sehr unterschiedliche organisationale Ausprägungen annehmen kann: Ein ASD im ländlichen Gebiet ist anders strukturiert als der einer Großstadt, und neben sozialräumlichen Einflussfaktoren auf Organisationskulturen existieren noch zahlreiche weiche Variablen, z.B. hinsichtlich bestimmter Präferenzen für Hilfeformen, Maßnahmen, Träger(typen) oder methodische Schwerpunkte. Gerade die Digitalisierung bringt aber die letzten großen Einheiten dieser Differenzen ins Wanken. Eine davon ist z.B. die bisherige sozialräumliche Verortung von Amt, Hilfeempfängern und meist auch der beauftragten Träger (es sei denn, viel Abstand zu haben ist Teil der Hilfe). Digitalisierungsphänomene bringen diese räumliche Struktur gehörig durcheinander: Hilfesuchende können von überall her Kontakt aufnehmen und haben angesichts der Hybridisierung von kopräsenten und medialen Welten auch zunehmend weniger Verständnis für das Abweisen an einer abstrakten sozialräumlichen Zuständigkeitsschwelle. Andererseits bietet die Digitalisierung auch den Fachkräften und ihren Institutionen ganz neue Möglichkeiten, räumliche Schwellen zu überwinden. An diesen Punkten sehe ich unsere Diskurse in der Sozialen Arbeit jedenfalls noch ganz am Anfang – es wäre ein reizvolles Forschungsprojekt, einmal von der impliziten Behördenförmigkeit der gewachsenen Strukturen Abstand zu nehmen und Kinder und Jugendliche zu fragen, wie sie sich eine ideale Organisation in ihrer digitalen Selbstpräsentation und Struktur vorstellen, die den institutionellen Auftrag „Jugendamt“ wahr nimmt.

Aus Fehlern lernen und die eigenen Grenzen sehen? Geht nur mit einer Systematik von (Nicht)wissen: Thomas Klatetzki

Das zweite wichtige Thema war für mich der Umgang mit Professionalität und Professionalisierung in der Sozialen Arbeit, derzeit vor allem virulent im Thema Kinderschutz. Ein wirklich toller Vortrag von Thomas Klatetzki hat theoretisch analysiert und begründet, was viele Fachkräfte als dumpfes Unbehagen empfinden: Es gibt eben neben der Kategorie des sozialpädagogischen Wissens auch die große Kategorie des Nichtwissens. Beides, Wissen und Nichtwissen, können implizit und explizit sein und führen zu unterschiedlichen, auch organisational gesteuerten, Umgängen mit Fehlern. In seinem Vortrag machte Thomas Klatetzki deutlich, dass wir Umfang und Bedeutung des Nichtwissens im Kinderschutz unterschätzen, es ist eben keinesfalls nur ein (Nach)qualifizierungsproblem. Vielmehr bräuchte es neben möglichst gut ausgebildeten Fachkräften einen multiprofessionellen dritten Ort zur kompetenten Abklärung.

Barnahús-Konzept als mögliche Organisationsform für die Reduktion von Nichtwissen: Thomas Klatetzki

Sein konkreter Vorschlag war die Einführung des Barnahús-Konzeptes: Kinderhäusern, in denen Kinder, bei denen der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung besteht, von einem multiprofessionellen Team (Sozialpädagogik, Medizin, Kriminologie, Psychologie) bei Bedarf auch über längere Zeit begleitet und untersucht werden können. Mich haben seine Ausführungen zu den Grenzen der aktuellen Möglichkeiten der von uns im gegenwärtigen System ausgebildeten Fachkräfte auch an meine eigenen Forschungsergebnisse zur Handlungsfähigkeit am Ende des Studiums erinnert.

Qualität und Quantität sind wichtige Fragen von Personalpolitik in der Sozialen Arbeit. Der Fachkräftemangel ist manifest: Benjamin Landes

Hier müsste, aus meiner Sicht, ebenfalls ein Umdenken stattfinden, das idealerweise einen Umbruch bedeutet: Arbeitsplätze wie die im ASD machen deutlich, dass Soziale Arbeit an vielen Stellen ähnlich komplex ist wie z.B. das Führen einer Hausarztpraxis und auch ähnlich folgenreiche Handlungen nötig sind, die möglicherweise unter noch mehr Unsicherheit wie in der Medizin entschieden werden müssen. Der Aufschrei wäre sicher groß, wenn wir in Deutschland Mediziner mit BA-Abschluss hätten, denen nach relativ überschaubarer Zeit die Vollverantwortung übertragen würde.

Damit will ich (nicht nur) das alte Lied der Entlohnung anstimmen, sondern  an tieferliegende Probleme erinnern: Arbeitsplätze in der Sozialen Arbeit müssen in vielen Domänen unbefristet und attraktiv gestaltet werden – und die Zugangsvoraussetzung muss ein qualifizierter MA-Abschluss sein. Nur so entsteht eine Basis, die notwendige Umbrüche sehen, gestalten und evaluieren kann.

 

 

Beratungslernen sichtbar machen: das Modellcurriculum der DGSF

Reflexionsberichte, Selbst- und Fremdeinschätzungsbögen und Videos, jede Menge Videos: Beratungslernen sichtbar machen durch das Modellcurriculum der DGSF.

Manchmal gibt es auch in der stressigen Vorweihnachtszeit im Hochschulalltag noch Nischen, in denen die wissenschaftliche Passion Platz hat. Eine dieser Nischen ist die Arbeit an und mit dem Modellcurriculum der DGSF (nachlesbar in der Verbandszeitschrift hier auf S. 38). Mit diesem Modellprojekt hat die DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie) als einer der größten deutschen Beratungsfachverbände etwas angepackt, was längst überfällig ist: Das papierlastige und aus vielen Gründen wenig sinnvolle traditionelle Zertifikatswesen durch etwas zu ersetzen, das tatsächlich Lern- und Bildungsprozesse angehender systemischer Beratungsfachkräfte unterstützt. Viel besser als das Ausfüllen gewaltiger Tabellen über absolvierte Beratungskontakte und das Verfassen von Fallberichten ist nämlich erwiesenermaßen das Lernen mit Videofeedback zum eigenen Beratungshandeln und das Kriterien geleitete Nachdenken über den eigenen Beratungskompetenzzuwachs. Nur so entstehen die aus Sicht der Expertiseforschung dringend benötigten Rückkopplungsschleifen, die Wissenserwerb, übende Praxis und Reflexion in einen engen Zusammenhang bringen. Und es macht große Freude, dieses Lernen als Lehrender mitbegleiten zu dürfen. Ich habe diese Woche den ersten Stapel Videos von Masterstudent*innen aus unserem systemischen Beratungsmaster anschauen dürfen und auf dieser Basis Reflexionsgespräche geführt. Das wirkliche coole daran ist, dass die Studierenden Videos aus Ihren Beratungen machen, die TBKS als Reflexionsgrundlage mit Selbst- und Fremdeinschätzung nutzen und einen Reflexionsbericht über das eigene Lernen verfassen. Eine bessere Grundlage für Gespräche, die einen Unterschied machen, kann es gar nicht geben. Und nahezu beiläufig entsteht das, was mich in der Forschung umtreibt: Wie lässt sich nämlich Professionalisierung als Bewältigung individueller Entwicklungsaufgaben fassen, die dann in das münden, was subjektorientierte Professionalisierung ausmacht: Ein Lern- und Bildungsweg, in dem Studierende sich Beratung erschließen und selbst für Beratung erschlossen werden. In den Gesprächen zum Modellcurriculum, so mein Eindruck, können unsere Lerner*innen tatsächlich solche Aufgaben identifizieren und es interessiert mich brennend, wie diese sich über den Professionalisierungsprozess hinweg beschreiben lassen und verändern. Kommt Zeit, kommt noch mehr Forschung zu diesem Thema :-).

Das Modellcurriculum ist derzeit zunächst für eine begrenzte Zeit etabliert – im kommenden Jahr setzen wir uns innerhalb der DGSF mit den gemachten Erfahrungen auseinander. Auf der organisatorischen Ebene gibt es dabei viel zu besprechen – das Aufnehmen der Videos, ein gangbarer Datenschutz etc., das alles kostet viel mehr Zeit als das herkömmliche Zertifikatswesen und will gut überlegt sein. Die Effekte auf die Lern- und Bildungsprozesse hingegen halte ich für durchgängig sehr positiv. Ich hoffe, dass ich noch zu einer kleinen Studie komme, in der ich die Teilnehmer*innen unserer Hochschule im Rahmen einer Gruppendiskussion zu den Erfahrungen mit ihrem Videolernen befragen kann. Im so rekonstruierten konjunktiven Erfahrungsraum läge neben der Datengenerierung für die Forschung im besten transdisziplinären Sinne auch eine potentielle Anregung, das Lernen mehr und mehr in einer Community of Practice sich selbst organisieren zu lassen.

In einem der kommenden Blogposts wird es deshalb auch um meine Ideen zum DGSF-Institut der Zukunft gehen und wie sich Weiterbildung verändern kann und muss. Ich stelle mir das, evidenzbasiert, sehr radikal anders vor als die in den meisten Instituten vorherrschende Flipchartisierung eines Beratungsansatzes, der doch vor allem aus einer (wie man heute sagen würde) disruptiven Bewegung entstanden ist.


Die Verwaltung vager Dinge als sozialpädagogische Expertise

Sozialpädagogische Expertise: Umgang mit komplexen Knäueln statt deren völlige Entwirrung. Bild: snd63/pixabay, CC0

In einem der kommenden Buchbeiträge wird es – logischerweise – wieder um Wissensbildung und gelingendes sozialpädagogisches Handeln gehen. Leitend sind in meiner Forschung dabei ja immer Differenzlinien zwischen verschiedenen Wissensarten und den damit einhergehenden Professionalisierungsprozessen, dazu habe ich ja hier schon viel geschrieben.

Durch viele Rückfragen (Danke! – so lange Kommentare wegen DSGVO weiterhin nicht möglich sind bitte nach wie vor per E-Mail) habe ich gelernt, dass ich eine Sache vielleicht bisher zu wenig expliziert habe: Meine Auffassung von der Natur der Sache Sozialer Arbeit. Es geht mir dabei jetzt weniger um die begriffliche Fassung, also ob man sie als Exklusionsvermeidung, Inklusionsherstellung, Menschenrechtsprofession etc. bezeichnet, sondern wie auf einer phänomenologischen Ebene die Gestalt von Fragestellungen Sozialer Arbeit aufzufassen sind.

Aus Sicht der Wissensbildung ist dabei klar, dass es im Wirken sozialpädagogischer Expertise um das geht, was Peter Fuchs die Verwaltung vager Dinge nennt. Damit ist gemeint – er ist hier streng Luhmannianisch orientiert – dass Soziale Arbeit keine eindeutige Codierung besitzt, entlang derer sie ihre Programme strukturiert und Entscheidungen trifft. Solche Codierungen gibt es in anderen Funktionssystemen – in der Medizin als krank/gesund, in der Wirtschaft als Zahlung/nicht Zahlung, im Recht als Recht/Unrecht etc.

Trotz vieler Versuche ist es bisher eben gerade nicht gelungen, eine solche Codierung für Soziale Arbeit im Ganzen zu finden und theoriekonsistent durchzuhalten. Und hier ergibt sich auch die konkrete Verbindung zu Professionalisierungsforschung. Weil es in der Sozialen Arbeit eben gerade nicht um den Erwerb und die Anwendung von Techniken und Methoden geht, die auf die Bearbeitung eindeutig definierbarer Fragestellungen zielen, bleibt nichts anderes, als dieses Problem in die Theoriebildung zu Professionalisierung mit aufzunehmen. Diese Aufnahme ist ganz natürlich, und vielleicht zu selbstverständlich, erfolgt. Sie zeigt sich in Texten zu Professionalisierung in der Beschreibung von „ill definierten“ Problemen oder der Notwendigkeit, wissenschaftliches Wissen von der Codierung wahr/falsch in die Lebenswelt zu übersetzen, in der angemessen/unangemessen als sinngebende Leitunterscheidung gilt. Das schließt nicht aus, dass fallweise Teilfragestellungen als konkrete Probleme innerhalb eines sozialpädagogischen Falles identifizierbar sind.

Daraus ergeben sich bedeutsame Schlüsse auf alte Professionalisierungsfragen. Es zeigt sich nämlich dann, dass Soziale Arbeit immer so lange eine Defektlogik auf sich selbst anwendet, so lange sie auf der meist unbewussten Suche nach der universalistischen Leitunterscheidung bleibt. Statt dessen – das schlägt Peter Fuchs vor – kann man auch eine professionelle Haltung daraus entwickeln, dass die eigene Fachlichkeit darin besteht, mit vagen Dingen umzugehen – Beratung und Psychotherapie sind seine Beispiele, es gilt aber streng genommen für die gesamte Soziale Arbeit. Eine solche Fachlichkeit ist eben gerade kein Dilettantismus, sondern eine spezifische Expertise. Und selbstverständlich beinhaltet diese Expertise des Umgehen Könnens mit vagen Dingen auch Techniken und Methoden sowie generalistische Wirkfaktoren sozialpädagogischen Könnens. Die Betrachtung von Techniken und Methoden darf dabei nur nicht zu dem falschen Schluss führen, dass bei einer genügend hohen Methodenkompetenz vage Probleme in einfache Fragestellungen umschlagen.

Besser als Peter Fuchs selbst kann man es vermutlich gar nicht erläutern:

Neuer Buchbeitrag: Wirkfaktororientierte Kompetenzentwicklung in der systemischen Beratung

Wir hatten Spaß beim Vortragen auf der ISR 2017 – Systemiker*innen sind ein tolles Publikum (mit Petra Bauer, Uni Tübingen)

Maria Brosca, Matthias Ochs und Jochen Schweitzer geben den Tagungsband zur letzten International Systemic Research Conference 2017 in Heidelberg heraus. Petra Bauer und ich haben gemeinsam dort vorgetragen. Unser Buchbeitrag (Foliensatz hier auf Moodle) ist gerade fertig geworden.

Und was steht drin?

Unser Artikel geht der wichtigen Frage nach, welche didaktischen Konsequenzen die Veränderungen hin zur Wirkfaktororientierung in der Beratungsforschung haben. Wenn nämlich, wie diese Forschung eindrücklich zeigt, übergeordnete Konstrukte wie Beziehungsgestaltung und Ressourcenaktivierung das sind, was „wirkt“, und unterschiedliche Methoden und Techniken hier zu ähnlichen Ergebnissen kommen – wie geht man damit dann in der Weiterbildung um? Alles mit allem kombinieren? Exemplarisch lehren? Wir kommen hier zu dem Schluss, dass die Wirkfaktororientierung bezüglich der didaktischen Gestaltung gerade nicht zu einem wilden Eklektizismus führen sollte. Gerade weil sie empirisch sehr klar nachweist, dass unterschiedliche Verfahren sehr ähnlich bei der Adressat*innen wirken, lassen sie sich nicht beliebig hinsichtlich des Lernens kombinieren. Sonst entsteht Verwirrung und die von Lerner*innen in den ersten Jahren nicht bewältigbare Aufgabe, sich widersprechende Ansätze irgendwie im eigenen Kopf verbinden zu müssen.

Wichtig sind zwei Dinge: Angehende Beratungsfachkräfte müssen sich für dasjenige Verfahren entscheiden, dass am besten zu ihnen passt – hier ist noch viel Luft nach oben, Stichwort Weiterbildungsberatung und vielleicht auch Weiterbildungsassessment. Wenn es dann um die Aneignung dieses Verfahrens geht, müssen die Lernwege anschließend stark differenziert werden – wir plädieren hier für ein Modell individueller Entwicklungsaufgaben, d.h. der ständig im Lernprozess mitlaufenden Klärung was schon gekonnt wird (mit/ohne Unterstützung) und was darauf aufbauend die nächsten Schritte zu einem möglichst umfassenden Kompetenzerwerb sind. Dieses Vorgehen hat starke Schnittstellen zum Thema Weiterbildungsdidaktik und Weiterbildungswirkungsforschung, die bisher in Beratung und Therapie wenig entfaltet ist. Aber wir arbeiten ja daran – bei uns an der EHD und an anderen Standorten in einem übergreifenden Netzwerk zu diesem neuen und zukunftsweisenden Thema, das auch von den Beratungsverbänden mehr und mehr konstruktiv aufgegriffen wird.

Unser Artikel wird gerade übersetzt – der Band (bei Vandenhoek & Ruprecht) wird aufgrund der konsequent internationalen Ausrichtung der Tagung komplett auf Englisch publiziert werden und in einigen Monaten erscheinen.

Neuer Artikel: Wie kommt das Beratungswissen in die Köpfe und was passiert darin damit?

Erscheint als: Henrich, Marlene; Weinhardt, Marc: Wissensbildung in der Systemischen Beratung und Therapie in: Kontext 49, (2), S. 107-123

Im kommenden Kontext erscheint der erste Artikel aus unserer WSBT-Studie (Wissensbildung in der Systemischen Beratung und Therapie). Sie wird an der EHD an der School of Professional Studies durchgeführt und von der DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie) finanziert. Wir haben in dieser Studie einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Weiterbildungswirkungsforschung im systemischen Feld gemacht. Zugrundegelegt haben wir dabei zentrale Annahmen aus der Expertiseforschung, denen gemäß das Wissen sich mit steigendem Weiterbildungserfolg nicht nur vermehrt, sondern sich auch in spezifischer Weise verändert. Zur Erforschung dieser Phänomene haben wir 30 (angehende) systemischen Fachkräften aus drei Erfahrungsstufen untersucht: NovizInnen am Beginn der Weiterbildung, Fortgeschrittene am Ende der 2-bis dreijährigen Weiterbildung und ExpertInnen, die ihre Weiterbildung bereits vor zehn oder mehr Jahren abgeschlossen haben und systemisch aktiv sind.

Ihnen haben wir sogenannte Prompting-Tasks vorgelegt – zentrale Begriffe („Prompts“) aus dem systemischen Denken. Anschließend durften die Befragten laut Denken und dabei alles äußern, was ihnen zu diesem Begriff einfällt. Im Anschluss haben wir dann für jeden der vorgelegten Begriffe die erlebte Erfahrungstiefe auf einer Skala erfasst.

Und was kam raus? Zunächst einmal das beruhigende: Die Entstehung systemischer Beratungsexpertise lässt sich so gut abbilden und entspricht auch in unseren Daten weitgehend den Vorannahmen: Bei steigender Erfahrungstiefe kommt es zu Amalgamierungsprozessen zwischen deklarativem Wissen und reflektiertem Fallwissen, was zu einer Wissensbasis führt, die bei Fortgeschrittenen und Expert*innen jeweils spezifisch anders ist als bei den vorhergehenden Erfahrungsstufen und sich im qualitativen Datenmaterial sehr anschaulich ausdrückt – also auf welche Weise und in welcher Menge Wissen nach den Prompts aktiviert wird.

In der kommenden Zeit wollen wir diesen Datensatz noch vertiefter auswerten. Das reizvolle an dieser Forschung ist zudem, dass die Instrumente sowohl für die Forschung, als auch für Weiterbildung selbst genutzt werden könnten – so lässt sich die Prompting-Task-Aufgabe beispielsweise auch in einer Partner*innenarbeit durchführen, an deren Ende dann nicht die forschende Auswertung der Daten steht, sondern ein reflektierender Dialog über das sich abzeichnende systemische Wissen. Und schließlich – das ist ein eher mittelfristiges Ziel – wollen wir überprüfen, ob die so erfassten Wissenszuwächse sich mit Performanz orientierten Daten aus unserem BeraLab korrelieren lassen. Wenn dies so wäre, läge ein empirisch abgesicherter Indikator für Beratungskompetenz vor, der für eine wissenschaftlich begründete und gemäßigt evidenzorientierte Weiterbildung hoch spannend wäre.

Neuer Buchbeitrag im Sammelband Macht – Diversität – Ethik in der Beratung

Sammelband Macht – Diversität – Ethik in der Beratung. Quelle: Verlag Barbara Budrich

Heidrun Schulze, Davina Höblich und Marion Meyer geben einen interessanten Sammelband zu Macht – Diversität – Ethik in der Beratung heraus, der bald bei Barbara Budrich erscheint. Ich durfte einen Beitrag zu „Professionalität – Kompetenz – Expertise? Anspruch und Wirklichkeit von Deutungsfolien sozialpädagogischer Handlungsfähigkeit am Ende des Studiums“ beisteuern. Der Text bündelt die Desiderate verschiedener empirischer Studien unter der Frage ob das, was wir sozialpädagogischen Fachkräften am Ende des Studiums mitgeben ausreicht, um in den spannungsreichen Erbringungsverhältnissen Sozialer Arbeit kompetent zu handeln. Es wundert vermutlich nicht, dass im Kontext gestufter Studiengänge der BA-Abschluss in seiner Lesart als primär berufsqualifizierend hier kritisch gesehen werden muss. Folgt man diesem Gedanken, kommt man bei zunächst altbekannten Fragen (sozial)pädagogischer Professionalisierung heraus, die allerdings in einem veränderten Licht erscheinen, wenn Fragen nach Handlungsermächtigung und Handlungsbefähigung konsequent daraufhin neu untersucht werden, ob alle, die „dürfen und wollen, auch können“, wie mein Doktorvater Siegfried Müller (Müller 2001) mit der dem Soziologen zugehörigen kritischen Perspektive auf sozialpädagogisches Tun immer zu fragen pflegte. Daran wiederum schließt sich die Frage an, ob das akademische Ausbildungswesen sein zugehöriges Mandat einer guten (Aus)bildung von Sozialprofessionellen flächendeckend sieht und ernst nimmt. Akademische Bildungsgänge sollten sich hierzu kritisch selbst befragen und befragen lassen, ob sie die im Kontext Sozialer Arbeit adaptierten und entwickelten Instrumente einer kritischen Analyse von Macht, Machverhältnissen und daraus resultierenden Dilemmata und Paradoxien auch bezogen auf die Hervorbringung des eigenen Nachwuchses ausreichend anwenden.

BeraLab – wirksam beraten lernen

Wirksam beraten lernen mit Videofeedback

Freundliche LeserInnen haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich das BeraLab bisweilen erwähne, es aber noch keinen Blogbeitrag hat. Zeit, das zu ändern. Also, was ist das BeraLab? Das BeraLab ist eine nachgebaute psychosoziale Beratungsstelle, angesiedelt an der EH Darmstadt im Fachbereich W, School of Professional Studies. Realisieren lässt sich damit einer der faszinierendsten Zugänge zu Beratungskompetenz, die ich kenne: Die enge Verbindung von Wissenserwerb, (Probe)handlung und Reflexion, ganz so wie es die Professionalisierungsforschung fordert. Diese enge Verzahnung wird in Lehre und Forschung gleichermaßen wirksam. In der Lehrkomponente haben StudentInnen aller Erfahrungsstufen (also auch und gerade in ganz frühen Lernstadien) die Möglichkeit, unter ethisch unproblematischen Bedingungen echte Erfahrungen zu sammeln. Sind sie bereit, in der hoch immersiven BeraLab-Situation zu lernen, bekommen sie Voranmeldungen zum Fall, holen AdressatInnen im Wartebereich der Beratungsstelle ab und führen ein Beratungsgespräch mit trainierten SimulationsklientInnen, die sich verhalten, wie das echte AdressatInnen auch tun – mit dem Unterschied, dass es ausgebildete und supervidierte SchauspielerInnen sind, die prototypische Anliegen aus der psychosozialen Versorgung präsentieren. Die mitlaufende Videokamera wird dabei schnell vergessen.

TBKS-Rückmeldebogen aus dem BeraLab

Zum BeraLab gehört dann im Nachgang eine spezifische Supervisionsform auf der Basis eines subjektorientierten Professionalisierungsmodelles, in dem Studierende ihre je eigenen fachlichen Entwicklungsaufgaben entlang der Analyse und Reflexion ihrer absolvierten Beratungen konkretisieren – dazu stehen die Videodaten, eine Rückmeldung aus AdressatInnensicht und von ExpertInnen ermittelte Beratungskompetenzwerte zur Verfügung.  Die Einbindung des BeraLab in passende, ausgewählte Beratungslehrveranstaltungen ermöglicht dann, aus der im Lab thematisierten Handlungssituation wissenschaftliches Wissen neu und produktiv zu kontextualisieren und mit den eigenen Erfahrungen und Reflexionen zu verbinden.

In der Forschungskomponente ergibt sich ein faszinierender und tiefenscharfer Zugang zu Lern- und Bildungsprozessen in frühen Expertisestadien, der sich so mit keinem anderen Vorgehen realisieren lässt. In einer fortlaufenden, hoch inferenten Videostudie codieren wir die Beratungsgespräche mit einem psychometrisch soliden Beurteilungsverfahren (TBKS, Tübinger Beratungskompetenz-Skala), das Beratungskompetenz auf sechs Facetten abbildet: Anerkennung und Verständnis zeigen, Problem explorieren, Kontakt vertiefen, Veränderungen planen und anstoßen, beraterisch-therapeutische Beziehung gestalten, Kontakt strukturieren. Eine ständig wachsende Datenbasis (bisher haben wir ca. 500 Beratungsgespräche erfasst) ermöglicht so einen statistisch-aggregierenden Blick auf Beratungslernen, inklusive des immer eingesetzten Basisfragebogens zu wichtigen Hintergrundvariablen (Vorerfahrung, Persönlichkeitsmerkmale, Selbstwirksamkeit etc.). Solche Daten liegen für frühe Expertisestadien, wie sie für das Studium typisch sind, bisher noch nicht vor.

Ebenso spannend ist die subjektwissenschaftliche Perspektive auf die BeraLab-Daten. In Interviewstudien und mit Think-Aloud-Verfahren, in denen Studierende ihr Beratungsvideo mit WissenschaftlerInnen explorieren, erfahren wir die Subjektgebundenheit und Einmaligkeit von Kompetenzerwerbsprozessen.

Der Aufwand lohnt sich – einige der Ergebnisse erhärten Vermutungen und bisherige Befunde aus der Professionalisierungsforschung, andere sind kontraintuitiv oder schlicht neu (immerhin kennen wir nun die genauen Effektstärken von Beratungslernprozessen an der Hochschule). Dies alles sind Befunde, die jenseits des Themas Beratung eine neue und kritisch-evidenzbasierte Perspektive auf Lernen und Bildung innerhalb sozialwissenschaftlicher Studiengänge im Bolognazeitalter ermöglichen.

Und: Ich freue mich auf weitere BeraLab-Standorte an anderen Hochschulen – Multicenterstudien und noch mehr spannende Lehre und Forschung in einem ständig größer werdenden Netzwerk inklusive. Und schließlich könnte man die Sache weiter entwickeln – denn nach dem BeraLab mit Simulation käme aus Sicht der LernerInnen dann eine Ambulanz, in der Mitmachen und zunehmendes Selbstmachen in der Beratung realisierbar wäre  – zum Nutzen von AdressatInnen und LernerInnen gleichzeitig. Und dann, dann könnte man ja domänenübergreifend für die Kindheitswissenschaften eine Lehr- und Forschungs-Kita und für die Pflegewissenschaften eine Lehr-und Forschungs….

Ok, Schluss jetzt. Derzeit ist ein Sammelband zu Lehren, Lernen und Forschen mit Simulation in den Humanities in der Konzeptionsphase. Wer mitschreiben will, ist gerne eingeladen.

 

 

Supervision als Bildungsanlass: Zugänge zu subjektorientierter Professionalisierung

Mit Ernstcharakter, aber ohne Stress: Beraten lernen im BeraLab

Uiiii – was hab´ ich denn da gemacht?“ – so oder ähnlich klingt es oft in der BeraLab-Supervision, in der angehende systemische BeraterInnen ihre videographierten Gespräche, die sie mit ausgebildeten SchauspielerInnen in einer nachgebauten psychosozialen Beratungsstelle durchgeführt haben, minutiös in kleinen Gruppen analysieren und daraus gezielt ihr höchst individuelles Vorgehen für die weiteren Lernschritte konstruieren. Das „Uiiii“ ist dabei ganz unterschiedlich gemeint – anerkennend, wenn deutlich wird, was schon gut klappt, verwundernd, wenn etwas ganz anders in der Videodatei erscheint als in der Erinnerung und manchmal auch skeptisch, wenn es Unzufriedenheit mit dem eigenen Beratungsverhalten gibt. Der Fokus ist dabei aber immer ressourcenorientiert und entwicklungsfördernd. Das muss so sein, weil man erstens nur aus Fehlern lernen kann, wenn man sie vor allem als Information und nicht zum Anlass fremd- und selbstzerstörerischen Grübelns nutzt und zweitens ein Beratungsverfahren, dass Menschen zu mehr Autonomie und einem guten Leben verhelfen soll, selbstverständlich in seiner eigenen Lehrtheorie enthalten sein muss.

BeraLab-Crew: Marlene Henrich, wiss. Mitarbeiterin im BeraLab

Weg vom Fall – hin zum eigenen Lernen, das ist die Essenz eines Supervisionsvorgehens, das sich aus dem Programm einer subjektorientierten Professionalisierung naturwüchsig ergibt. Damit wird Supervision vornehmlich zum Lern- und Bildungsort und weniger zum Instrument von Qualitätssicherung für die Fallarbeit. Wobei gerade in dieser Umkehr regelmäßig zu beobachten ist, dass die Fallarbeit durch diese Fokusverschiebung besser wird – weil der latente Stress zur Optimierung von Beratungsprozessen von den Beteiligten weggenommen wird und die Energie auf einen anderen Fall umgeleitet wird: Das eigene Lernen.

Das fällt im BeraLab natürlich besonders leicht und ist einer der Gründe, weshalb wir es überhaupt haben: Ohne ethische Probleme kann hier ausprobiert und routinisiert werden, was sich viele LernerInnen mit echten Fällen zurecht oder unrecht verkneifen. Das sind – je nach der aktuellen Entwicklungsaufgabe – ganz unterschiedliche Dinge: Mehr Schweigen, mehr Reden, mehr Fragen, weniger Fragen, andere Fragen, mehr Konfrontation, mehr empathisches Mitschwingen, das Ausprobieren komplexer Interventionstechniken etc. – natürlich immer gerahmt durch die Erfordernisse des jeweils zum Gegenstand gemachten BeraLab-Gespräches. So wird durch intensiv durchdachte Einzelfälle mehr und mehr die je höchst individuelle Professionalisierungsgestalt deutlich, die einzelne LernernInnen entwickeln, die zu ihnen passt und mit der sie wirksam werden. Schließlich gibt es gerade im systemischen Denken kein standardisiertes Vorgehensmodell, sondern einerseits Heuristiken, die sich aus den Theorien großer Reichweite ableiten (z.B. „sei neutral, zirkulär denkend und ressourcenorientiert“) und dann wieder Theorieelemente kleiner Reichweite, die, wenn sie nicht in einem übergeordneten Bildungsprozess integriert werden, rezeptologisch und damit unwirksam bleiben. Gleichwohl muss man letztere gerade am Anfang rezeptologisch nutzen, um überhaupt die Welt- und Menschensicht der systemischen Beratung erfahrbar zu machen, dann aber mit steigender Professionalisierung darüber hinwegsteigen, so wie man eine Leiter, oben angekommen, nicht mehr braucht und auch nicht mehr über die einzelnen Sprossen und den zugehörigen Bewegungsvorgang des Hochsteigens nachdenken muss (wer´s mag: Wittgenstein lässt grüßen, natürlich…).

Neben der BeraLab-Supervision sind in der letzten Zeit viele weitere didaktische Zugänge zu subjektorientierter Professionalisierung und ein Rahmenmodell entstanden (und ein Buch, erscheint im April bei Vandenhoek und Ruprecht in Jochen Schweitzers Reihe), auf dessen weitere Anwendung und Fortschreibung ich mich freue. Ehrlich gesagt könnte ich mich tagelang mit BeraLab-Supervision und anderen subjektorientierten Bildungsformaten beschäftigen – hier verbindet sich auf faszinierende Weise Hochabstraktion, konkretes Vorgehen und der individuelle Bildungsprozess. Eine Art von Akademisierung von Beratung, in der Theorie, Handeln und Reflexion im besten Sinne verbunden werden. Denke ich das weiter, komme ich auf spannende Ideen was die Zukunft von Weiterbildung und Hochschullehre in den Humanities betrifft – Flowerleben häufig garantiert 🙂 .