Entwicklungsaufgaben junger Berater*innen: Die eigene Herkunftsfamilie

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Viel wird geredet darüber, ob die Thematisierung der eigenen Person im Rahmen von Studium und Weiterbildung in Humandienstleistungsberufen überhaupt notwendig ist. Während die einen solche Forderungen als Relikte einer vergangenen Zeit des „Psychobooms“ ansehen und an Baumumarmung, Schwitzhüttenbau und Seminare mit vielen Tränen auf dem heißen Stuhl denken, machen andere Belege aus der Wirkfaktorforschung stark. Dann rückt das zielgerichtete Herstellen einer heilsamen Arbeitsbeziehung und die Erzeugung von Selbstwirksamkeit in den Mittelpunkt von Beratung und Therapie, wie das Bruce Wampold in seinen Metaanalysen deutlich belegt.

Bezogen auf die Ausbildung systemischer Berater- und Therapeut*innen ist dann die Frage gestellt, ob das Bearbeiten der Loslösung von der eigenen Herkunftsfamilie eine fachliche Entwicklungsaufgabe ist, die Inhalt subjektorientierter Professionalisierung werden muss. In einer Untersuchung im BeraLab haben wir dazu eine Antwort gefunden, die diese Vermutung bestätigt. Der Artikel findet sich im neuen Sammelband von Christine Wiezorek und Petra Bauer zu Familienbildern zwischen Kontinuität und Wandel und zeigt, dass die Berarbeitung eines Beratungsfalles zum Thema „Familie“ für jüngere Berater*innen siginifikant schwerer ist als die Bearbeitung eines Kontrastfalles zu einem anderen Thema.

Professionalisierungsprozesse sind und bleiben also immer auch eine wissens- und erfahrungsgestützte Reise zu einem selbst – was die Sache reizvoll, aber auch didaktisch komplex macht.

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